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Serienreif bis zur EUROBIKE

Vorgeschmack auf neue Trends im E-Bike-Markt vor der Internationalen Fahrradmesse vom 1. bis 4. September 2010 in Friedrichshafen

Fahrradhersteller gehen regelmäßig einkaufen. Die Kunst, ein gutes Fahrrad zu bauen, besteht auch darin, aus den vielen auf dem Weltmarkt erhältlichen, sogenannten OE-Komponenten (OE: Original Equipment) die Besten herauszupicken und daraus zusammen mit eigenen Entwicklungen ein attraktives und funktionelles Ganzes zu formen. Im Vorfeld der Internationalen Fahrradmesse EUROBIKE vom 1. bis 4. September 2010 (Publikumstag am 4. September) lassen sich bereits einige Trends bei elektrischen Antriebskomponenten ablesen, die bis zur Messe in Friedrichshafen in die neuen Modelle der E-Bike-Anbieter einfließen werden.

Insgesamt werden in Friedrichshafen mehr als 1.000 Aussteller ihre Produkte rund um das Fahrrad zeigen. E-Bikes werden besonders stark vertreten sein. Auf verschienenen Testbahnen können die Elektroantriebe intensiv getestet werden.

Neben neuen Schaltungs- oder Federungstechniken rücken immer mehr auch Antriebskomponenten für E-Bikes und Pedelecs in den Mittelpunkt des Interesses.

E-Bikes mit starken Zuwächsen
Der E-Bike-Markt boomt: Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) hat einen Zuwachs des Marktvolumens in Deutschland im vergangenen Jahr um satte 50 Prozent gemeldet. Und in den Niederlanden besitzt inzwischen jedes achte neu verkaufte Fahrrad eine elektrische Tretkraftunterstützung. So rasant, wie das Absatzvolumen wächst, entwickelt sich auch die entsprechende Technik.

Kompakter Tretlagermotor
Ein Paradebeispiel für diese Entwicklung ist die Firma Clean Mobile AG. Das Münchner Unternehmen baut bereits seit einigen Jahren Komponenten für elektrisch angetriebene Leichtfahrzeuge, zum Beispiel auch für die von der Post eingesetzten Zustellfahrräder. Das dabei erworbene Know how hat Clean Mobile nun bei der Entwicklung eines besonders kompakten und leistungsfähigen Tretlagermotors eingesetzt: Gerade mal 15 cm misst das Gehäuse, in dem der Motor samt Untersetzungsgetriebe und Tretlager untergebracht ist. Doch der Clou des Clean-Mobile-Antriebs ist nicht alleine dessen kompakte Bauform: Den Entwicklern ist es auch gelungen, die hohe Drehzahl des Elektromotors weitgehend verlustfrei auf Radfahrer-kompatible 70 bis 90 Umdrehungen in der Minute zu untersetzen. Somit kommt ein sehr hoher Teil der Motorleistung auch tatsächlich am Hinterrad an.

Shimanos neuer Elektroantrieb
Wenig mehr, außer dass er definitiv kommt, weiß man gegenwärtig selbst in Fachkreisen über den schon lange erwarteten Elektro-Antrieb von Komponentenmarktführer Shimano. In den kommenden Tagen sollen nun einige Branchen-Insider einen ersten Blick auf das Shimano-System werfen dürfen. Was werden sie dort zu sehen bekommen? Vielleicht die Kombination von Shimanos erfolgreichen Getriebenaben mit E-Bike-Technik? Auf der EUROBIKE wird die Branche sicherlich mehr erfahren.

Bosch bringt eigenes Antriebssystem
Rund ums Tretlager dreht sich eine weitere in der Branche mit Spannung erwartete Neuheit. Inzwischen ist es in Fachkreisen kein Geheimnis mehr, dass der schwäbische Elektronik-Riese Bosch an einem eigenen Antriebssystem tüftelt. Einer der ersten Abnehmer wird der amerikanische Fahrradhersteller Cannondale sein. Bosch wird diese Premiere voraussichtlich auf der EUROBIKE vorstellen, doch hinter verschlossenen Türen durften einige Produktmanager aus der Fahrradindustrie bereits einen ersten Blick auf die neuen Antriebskomponenten werfen.

Drahtlose Schlüssel-Chipkarte
Was mit drahtloser Technik noch machbar ist, zeigt der Anbieter TranzX PST: Die Taiwaner haben eine Schlüssel-Chipkarte entwickelt, wie sie auch einige Besitzer von Luxus-Limousinen bereits in der Tasche haben. Nur dass mit der Karte von TranzX PST kein Mercedes oder BMW gestartet werden kann, sondern eben ein E-Bike. Der Clou dabei: Sobald sich E Bike-Besitzer und Schlüsselkarte vom E-Bike entfernen, schaltet sich der Antrieb automatisch ab und eine erschütterungsgesteuerte Alarmanlage ein.

Hohe Preisakzeptanz
Die Preisentwicklung bei E-Bikes ist derzeit auch ein heiß diskutiertes Thema. Sehr zur Freude der Fahrradbranche hat sich bei Verbrauchern eine relativ hohe Preisakzeptanz für E-Bikes etabliert. Dafür gibt es auch gute Gründe: Ein E-Bike ist eine langfristige Investition mit hohem Nutzwert. Wer hier am falschen Ende spart, ärgert sich vielleicht nach ein bis zwei Jahren, wenn die Akkus des billig gekauften E-Bikes schlapp machen und nur für teures Geld ersetzt werden können.

Komponenten im E-Antrieb: kleiner und leichter
Hochwertige E-Bike-Technik ist inzwischen ausgereift und hat ihre Alltagstauglichkeit bereits hunderttausendfach bewiesen. Die E-Bike-Industrie tüftelt vor allem daran, die entsprechenden Komponenten noch leichter und leistungsfähiger zu machen. Schließlich ist das erklärte Ziel vieler Anbieter immer noch, ein E-Bike auf die Räder zu stellen, dem man den elektrischen Charakter auch auf den zweiten Blick noch nicht ansieht.
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